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TAGEBUCH LESEN

die sache mit der wand, marlen haushofer gewidmet

wieder frühmorgens mit dem hund eine runde. es ist wirklich niemand auf der straße. also nicht mal ein hauch von jemandem. ich höre meine eigenen schritte. die morgensonne taucht die häuser in ein freundliches gelb. so laut war das vogelgezwitscher nie. vielleicht, weil es endlich still ist. kein gehupe, kein gelaber, kein gedröhne. es ist so komplett still, dass ich mir vorstelle – mitten in der stadt – dass absolut kein mensch mehr da ist. Weiterlesen ...

allein

Ich sitze allein in meinem Zimmer. Ich fühle mich wohl in meinem Zimmer. Bin ich einsam, nur weil ich allein bin in meinem Raum? Fühle ich mich alleingelassen? Nicht mehr nicht weniger als vor der Coronakrisenzeit. Ich vermisse zwei liebe Menschen, die gestorben sind, lange her, dennoch immer wieder vermisse ich sie. Vermisse ich sie nun mehr oder weniger als vor der Krise? Nein Vermissen sind Gefühlsmomente, die ganz heftig sein können, ausgelöst durch irgendeine Weiterlesen ...

daheim

Die Zeit geht jetzt ziemlich schnell, doch andererseits hat die Zeit so viel gebracht, wenn ich denke jetzt sind wir erst 10 Tage ganztags zu Haus. Es passiert so viel in mir, Auf und Abs, habe mehr Möglichkeit hinzuhören. Immer gibt es was, das mich drückt und drängt, das ich glaube, machen zu müssen. Ich wünsche mir mehr und mehr in diese Ruhe reinzufinden. Ruhe und Gelassenheit, im Moment leben und genießen in Zufriedenheit. Aufmerksam Weiterlesen ...

GRIFF INS KLO

Mit „Niemand ist eine Insel“ prägte der englische Dichter John Donne vor 400 Jahren einen geflügelten Satz, der eigentlich noch weitergeht und im Ganzen lautet: „Niemand ist eine Insel, in sich ganz; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Festlandes.“ So wichtig die räumliche Distanz ist, so wichtig sind zugleich soziale Kontakte, ohne einander physisch zu treffen“ Derzeit wird häufig “social distancing”¹ empfohlen. Wir wissen alle, was damit gemeint ist und sollen Weiterlesen ...

Frühlingserwachen

Schau ich aus meinem Fenster, dann schaukeln sich im Wind die Zweige eines Baumes, der leicht begrünt schon ist! Zugleich steht unsre Erde, durch das Corona still, es lässt sich nicht vertreiben, obwohl es keiner will! Da lob ich mir die Wesen, aus Tierreich und Natur, die nichts von all dem ahnen, den Frühling fühlen nur. Ich hoffe für uns alle, dass wir bald auch so denken, wenn endlich unsre Schritte, uns aus der Krise Weiterlesen ...

Im Prater (Mittwoch, 18. März 2020)

Am Eck das Admiral Casino, daneben staubiger Wildwuchs einer Baustelle, eine alte Geisterbahn. Dahinter ziehen sie Häuser hoch für Hotels und Appartements mit speziellen Features. Obwohl der Blick schon verstellt ist, fallen mir die grauen Rohbauten erst jetzt auf. Gegenüber die kahlen Reste des Zeltes des Palazzo. Die alte Geisterbahn ist wohl schon seit Monaten geschlossen. Dabei bilde ich mir ein, dass ich vor nicht allzu langer Zeit jemanden in dem Plastikverschlag sitzen gesehen habe, Weiterlesen ...

Der “ungebetene ” Gast

..jeder von uns hat sich bestimmt schon einmal bei dem Gedanken ertappt, dass es so nicht weitergehen kann. Ja, es muss was geschehen! Die Überfischung der Meere, die Ausbeutung der Natur, das immer Mehr wollen, das einfache nicht satt werden,….und plötzlich ist er da – der “ungebetene” Gast. Wie aus dem Nichts steht er an meiner Tür. Er mahnt mich zum Innehalten, mit eindringlicher Stimme! Es ist ernst, das spür ich und bitte ihn verunsichert Weiterlesen ...

Aus der Einsiedelei

…..die kastanie vorm fenster beginnt zu blühn, aber die kälte lässt die ersten knospen schockgefrieren….die rechnungen, die ausgaben, das hamstern, die ungewißheit, das wirtschaftspaket, viruspaket, die menschen, die unruhe, das viel zu laute lachen auf der parkbank, geh doch sterben, dich braucht eh keiner, du bist nicht interessant für den markt…..klatscht mal für mich, es ist 18:00 Uhr, leute !….die träume stehen aufgeräumt im zimmer rum… keine umarmung….schön, dass es uns gut geht…der hund muss Weiterlesen ...

Abstand inspiriert

Ich muss mich strukturieren. Morgens höre ich in den beginnenden Tag hinein und bekomme ein Gefühl dafür, wie er in etwa werden wird. Gestern war Telefontag. Jedem Tag gebe ich jetzt ein Thema. Ich habe eine Freundin angerufen, und gefragt, wie es ihr mit der Situation geht. Sie war sehr ehrlich: Am Montag sei es ihr gar nicht gut gegangen. Sie lebt allein, ohne eine Partnerschaft. Das sei ihr soweit nicht aufgefallen, sie reist viel, Weiterlesen ...

Abstand halten

Gestern beim BILLA: Bei der Kassa pickt ein Zettel: bitte halten Sie 1,5 Meter Abstand und beachten Sie die Bodenmarkierung. Die suche ich allerdings vergeblich. Und amüsier mich drüber weil das ein bissl typisch ist für uns Wiener. Wir haben ja diese “Liebe Augustin”-Mentalität. Diesen Anflug von Schlampigkeit. A bissl Wurschtigkeit. Und überhaupt: EIN ECHTER WIENER GEHT NICHT UNTER. Das wird CORONA auch noch merken. Euch allen da draussen ein schönes Wochende. Und nicht den Weiterlesen ...