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GRIFF INS KLO

Mit „Niemand ist eine Insel“ prägte der englische Dichter John Donne vor 400 Jahren einen geflügelten Satz, der eigentlich noch weitergeht und im Ganzen lautet: „Niemand ist eine Insel, in sich ganz; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Festlandes.“
So wichtig die räumliche Distanz ist, so wichtig sind zugleich soziale Kontakte, ohne einander physisch zu treffen“
Derzeit wird häufig “social distancing”¹ empfohlen. Wir wissen alle, was damit gemeint ist und sollen dies natürlich auch tun. Allerdings ist der Begriff nicht glücklich gewählt – ein Griff ins Klo. Trotz seines anscheinend wissenschaftlichen Ursprungs führt der Begriff jedoch in die Irre. Im Deutschen wie im Englischen.
Treffender hieße es „spacial/physical/bodily oder public distancing“. Denn um Ansteckungen zu verhindern, empfiehlt sich räumliche, physische oder körperliche Distanz. Es geht um Kontakt-Reduktion, um Körper-Abstände, physische Kontakte, das Meiden von Versammlungen. Es geht nicht um eine Reduktion von Beziehungen oder sozialen Interaktionen. Das ist in einer digitalen Welt nicht mehr nötig.
Die Digitalisierung ermöglicht es uns seit Jahren, sozial zu sein, private und geschäftliche Beziehungen im Guten wie im Schlechten zu pflegen, ohne einander physisch nahe zu sein. Eine unglaubliche Chance, auch in Krisenzeiten, wie das Coronavirus gerade zeigt.

¹ Aus dem Englischen übersetzt: Soziale Distanzierung ist eine Reihe von nichtpharmazeutischen Maßnahmen zur Infektionskontrolle, mit denen die Ausbreitung einer ansteckenden Krankheit gestoppt oder verlangsamt werden soll.

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