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daheim

Die Zeit geht jetzt ziemlich schnell, doch andererseits hat die Zeit so viel gebracht, wenn ich denke jetzt sind wir erst 10 Tage ganztags zu Haus.
Es passiert so viel in mir, Auf und Abs, habe mehr Möglichkeit hinzuhören.

Immer gibt es was, das mich drückt und drängt, das ich glaube, machen zu müssen. Ich wünsche mir mehr und mehr in diese Ruhe reinzufinden. Ruhe und Gelassenheit, im Moment leben und genießen in Zufriedenheit. Aufmerksam für das, was es im Moment gibt. Ich höre die Vögel deutlicher, auch vor allem, weil es rundum leiser ist, weniger Verkehr, keine Flugzeuge.
Hoffe sehr und immer mehr, dass die Politik das System dann nicht wieder ganz hinauffährt, sondern dass Abstriche gemacht werden, dass wir, jeder für seinen Bereich, lernt, einige Dinge anders zu machen.

Nun sitzen, werken und wurschteln wir, jeder/jede in ihrem/seinem Haus. Es gibt keine Möglichkeit wegzulaufen, wovor will ich denn weglaufen ? Habe ich den Mut es anzuschaun, warum ich zwischendurch so nervös bin ? Vor der Nähe zu meiner Familie, zu mir selbst ? Vor der Grenzziehungsnotwendigkeit, der Ruhe , der Gemütlichkeit?
Alles ist gleich wichtig, Distanz und Nähe muss man jetzt auf engstem Raum ausbalancieren, eine Herausforderung, die sich lohnt.
Am Schwersten ist wohl die innere eigene Balance zu finden und sich dort auszuruhen von Sorgen, Ängsten und das Leben annehmen als Leben auch in einer Ausnahmesituation oder erst recht das Leben spüren, das nun fast ausschließlich hinter den Türen stattfindet.

Nehmen wir doch alle die Herausforderung an und wenn es unlösbare Dinge gibt, auch im Zwischenmenschlichen, dann falls möglich eine Runde drehn oder mit Gebet oder sonstigen Methoden die Angelegenheit weglegen, denn gewisse Dinge kann man jetzt nicht lösen, die müssen warten, wie auch das gesellschaftliche Leben draußen und in den Kulturhäusern wartet.

Wir vermissen körperliche Nähe unsere Freunde, unserer Verwandten, in die Augen zu schaun und mit ihnen was zu unternehmen, miteinander zu tanzen, ins Kino zu gehen und im Wald zu gehen.
Jetzt ist die Zeit, wo wir abgesehen von realen Telefongesprächen und e-mails aneinander denken und dann nachfragen, ob der/die andere einen gespürt hat. Das ist eine Qualität, die unterschätzt ist. Wann rufe ich denn wen an ? Wenn ich an ihn/sie denke. Dann in Zeiten der Betriebsamkeit kann ich weder dauernd telefonieren, noch funktioniert der Gedankenkanal so gut wie in ruhigen Zeiten , also kann ich es jetzt üben!

Viel Spaß beim Üben neuer „Quarantänekompetenzen“, die das bald wieder erreichte spätere Leben nach der Quarantäne noch schöner und reizvoller machen wird!

Alles Gute !