COVID FACKTENCHECK

Seit Wochen beherrscht das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 die Berichterstattung. Auch Desinformationen rund um das Virus und die Lungenkrankheit Covid-19 sind an der Tagesordnung. Die Behauptungen verbreiten sich vor allem über die Sozialen Netzwerke, zum Beispiel Facebook oder Whatsapp. 

Diese Behauptungen hat das Team von CORRECTIV.Faktencheck seit Januar überprüft. 

Faktencheck

Bewertung: teilweise falsch Anders als die Seite Wallstreet-Online behauptete, gibt es keinen geheimen Plan, sondern eine öffentliche Risikoanalyse, die dem Bundestag vorgelegt wurde. Darin wurde 2012 anhand einer fiktiven Coronavirus-Art eine Pandemie hypothetisch durchgespielt. Die Details weichen von der aktuellen Pandemie durch SARS-CoV-2 ab. Es handelte sich nicht um eine „Vorhersage“; Risikoanalysen sollen der Überprüfung dienen, ob Deutschland auf solche Situationen vorbereitet ist.
Bewertung: unbelegt Eine Whatsapp-Sprachnachricht verbreitet in der zweiten Märzwoche eine erfundene Geschichte: Die Uniklinik in Wien habe nachgewiesen, dass Ibuprofen die Infektion mit dem Coronavirus verschlimmere. Das stimmt so nicht: Am 14. März veröffentlicht die Uniklinik eine Stellungnahme und spricht von „Fake News“. Die Frage nach möglichen Auswirkungen des Schmerzmittels ist aber ungeklärt, es gibt viele Experten, die von einer Einnahme abraten und vor möglichen negativen Folgen warnen. 
Bewertung: falsch Sie tauchte Anfang März in den USA, in Asien und auch Deutschland auf: eine Nachricht mit angeblichen Tipps, wie man sich vor dem neuen Coronavirus schützt. Unzählige Menschen leiten die Hinweise auf Whatsapp weiter. Sie sind jedoch falsch. 
Bewertung: falsch Auf älteren Flaschen von Desinfektionsmitteln ist zu lesen, dass es gegen Coronaviren wirksam sei. Daraus leiten Facebook-Nutzer ab, dass das neuartige Coronavirus schon lange bekannt sei. Auf die Viren-Familie trifft das zu, auf die aktuelle Pandemie nicht. 
Bewertung: falsch Auf Tiktok wird am 29. Februar ein Video hochgeladen. Es soll eine Menschenmasse zeigen, die angeblich in Angst vor einer Coronavirus-Pandemie eine Aldi-Filiale stürmt. Auch bei Facebook ist der Clip in diesem Kontext zu finden. CORRECTIV hat recherchiert: Das Video ist schon mehrere Jahre alt und zeigt eine Aldi-Filiale in Kiel. Dort gab es einen Sonderverkauf von Laptops.
Bewertung: richtig In einem Artikel vom 29. Februar wird behauptet, Außenminister Heiko Maas habe medizinische Schutzausrüstung an China verschenkt, kurz bevor das Coronavirus sich in Europa auszubreiten begann. Das Auswärtige Amt hat uns das bestätigt.
Bewertung: größtenteils richtig Am 28. Februar wird in mehreren Artikeln behauptet, ein Hund habe sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Tatsächlich ist in Hongkong laut Behörden ein Hund schwach positiv auf die Viruskrankheit getestet worden. Er zeigte aber keine Symptome.
Bewertung: teilweise falsch Gibt es neue Erkenntnisse zur Übertragung des Coronavirus Covid-19 durch Lebensmittel? Das deutet ein Artikel von Medizin Heute vom 24. Februar an und führt damit in die Irre. Der Text gibt einen Lagebericht der WHO falsch wieder
Bewertung: unbelegt In einem Text des Deutschland-Kuriers wird am 10. Februar behauptet, Migranten aus Afrika könnten eine Coronavirus-Epidemie in Deutschland auslösen. Dafür gab es zum damaligen Zeitpunkt keine Hinweise. Experten waren allerdings schon besorgt, dass sich das Virus in Afrika ausbreiten könnte.
Bewertung: größtenteils richtig In einem Facebook-Beitrag werden am 31. Januar mehrere Fotos eines Transports englischer Staatsbürger, die aus dem chinesischen Wuhan evakuiert wurden, gezeigt. Die Fahrer der Busse trugen keine Schutzmasken. Die Fotos sind echt, ihnen fehlt aber Kontext: Schutzmasken waren laut dem englischen Gesundheitsministerium nicht notwendig, es seien genügend Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden
Bewertung: falsch Auf mehreren Webseiten wird Chlordioxid als Heilmittel für das neue Coronavirus beworben. Am 28. und 29. Januar, sowie am 1. Februar erscheinen Artikel dazu. Chlordioxid schalte das Virus aus, wenn man es in einer Lösung trinke. Diese Behauptung ist falsch und gefährlich: Chlordioxid ist gesundheitsschädlich.
Bewertung: größtenteils falsch Über das neuartige Coronavirus kursiert das Gerücht, es sei bereits patentiert. Manche meinen daher, das Virus sei von „Eliten“ kreiert. Oder Bill Gates habe etwas damit zu tun. Am 23. Januar wird ein Artikel dazu veröffentlicht. Das stimmt nicht: Zwar gibt es bestehende Patente, allerdings für andere Arten von Coronaviren. Nicht für jenes, das in China ausbrach.
Bewertung: falsch Die Webseite Connectiv Events spekuliert am 27. Januar, dass die Todesfälle durch das neue Coronavirus in Wuhan auch einem von „5G verursachten Zellabbau“ zugeschrieben werden könnten – die Strahlung könne zu „grippeähnlichen Symptomen“ führen. Das stimmt nicht. Die Todesfälle hatten nichts mit 5G zu tun.
Bewertung: teilweise falsch Am 23. Januar wird ein alarmierendes Youtube-Video über das Coronavirus in China veröffentlicht. Es geht viral und wird auch über Whatsapp verbreitet. Viele der Behauptungen sind übertrieben oder falsch und führen deshalb in die Irre.
Bewertung: unbelegt Als das neue Coronavirus im Dezember in China ausbrach, war der vermeintliche Ursprung schnell ausgemacht: der Huanan Seafood Market in Wuhan. Das behaupteten am 24. und 25. Januar zumindest mehrere Medien. Auf dem Markt wurden auch exotische Tiere verkauft. Zum Zeitpunkt unserer Recherche war nicht sicher, ob sich das Virus wirklich nur von dem Markt aus verbreitete.

Als das neue Coronavirus im Dezember in China ausbrach, war der vermeintliche Ursprung schnell ausgemacht: der Huanan Seafood Market in Wuhan. Das behaupteten am 24. und 25. Januar zumindest mehrere Medien. Auf dem Markt wurden auch exotische Tiere verkauft. Zum Zeitpunkt unserer Recherche war nicht sicher, ob sich das Virus wirklich nur von dem Markt aus verbreitete.

(Achtung: Alle Informationen in den Faktenchecks geben den jeweiligen Stand der Dinge zu dem Zeitpunkt wieder, an dem sie veröffentlicht wurden.)